Im Jahre 1937 erhielten die Dresdner Bürger über ihre lokale Presse die Nachricht von der bevorstehenden Liquidierung eines Wasserlaufes ihrer Stadt. Notiz davon nahmen wohl hauptsächlich nur diejenigen Leser, die sich durch sein stark verunreinigtes, übel riechendes Wasser belästigt fühlten sowie die Heimatfreunde, die mit dem alten Mühlbach groß geworden waren und Kindheitserinnerungen mit ihm verbanden. Nicht selten war er auf seinem 4 km langen Lauf von Dresden-Löbtau durch die Wilsdruffer Vorstadt bis zur Elbe hin, mit seinem zunehmend schmutziger werdenden Wasser zum Ärgernis der Anwohner geworden. Fast vergessen schien jetzt seine einstige Bedeutung für unsere Stadt und das Land.

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Mühlenräder
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Die vielen Mühlen, Schlachthöfe und Werkstätten der Gerber, die über mehrere Jahrhunderte auf sein Wasser angewiesen waren und die Dresdner Bevölkerung mit lebensnotwendigen Produkten versorgten, gab es längst nicht mehr. Eine neue war Zeit angebrochen, in der Elektromotoren ihren Siegeszug angetreten hatten und neue technische Verfahren das Handwerk und die Industrie revolutionierten.

Siebzig Jahre nach der Liquidierung des Weißeritzmühlgrabens ist das Interesse für diesen historischen Wasserlauf wieder erwacht. Besonders bei den Stadtgeschichts- aber auch Mühlenfreunden und Technikinteressierten entstand der Wunsch nach einer umfangreichen Publikation. Viel zu wenig war bisher dazu erforscht und veröffentlicht worden und aus dem geringen, bisher bekannten Material, entstand leider nur ein sehr lückenhaftes, oftmals falsches Bild.
Das Ziel dieses Projektes ist es deshalb, dem ehemaligen Weißeritzmühlgraben als außerordentlich bedeutsamen Teil des alten Dresden, endlich den ihm gebührenden Platz in unserer Stadtgeschichte einzuräumen. Damit sollte es möglich sein, die Wurzeln unserer später so erfolgreichen Industrie für die nächsten Generationen vor der Vergessenheit zu bewahren.