Brücke über den Mühlgraben mit nicht mehr nutzbarer Toreinfahrt zum 1. Hof, um 1910
Weißeritz-Grünzug Informationstafel zum Pulvermühlenareal Bei   der Anlegung   von   öffentlichen   Grün-   und   Freiflächen   im   Umfeld   der   Weißeritz   bzw. ihres      alten      Flussbettes,      wurden      an      historisch      interessanten      Standorten Informationstafeln     mit     Fotos,     Text     und     Plänen     aufgestellt.     So     auch     an     der Außenmauer    des    ehemaligen    Pulvermühlengeländes,    zur    Oederaner    Straße    hin. Leider   hat   sich   bei   der   Benennung   der   Gebäude   ein   Fehler   eingeschlichen,   der   vor Ort aber z.Z. aus Kostengründen nicht berichtigt werden kann. Siehe aber hier !
Erste Sondierungen nach den Ufermauern des Weißeritzmühlgrabens im Jahre 2008, Blick flussabwärts
Der Löbtauer Pulvermühlenpark - wie alles begann Im    Rahmen    unserer    Stadtentwicklung    sind    seit    2007    entlang    der    Weißeritz    in    Dresden-Löbtau   öffentliche   Grün-   und   Freiflächen   entstanden,   die   durch   einen   bis   in   die   Innenstadt   reichenden   Fuß-   und Radweg   verbunden   wurden,-   finanziert   mit   Steuergeldern   und   gefördert   durch   den   Europäischen   Fonds für   regionale   Entwicklung   (EFRE).   Teil   dieses   Projektes   ist   die   Anlegung   eines   Stadtparkes   auf   dem   ca. 1,67   ha   großen   Gelände   der   ehemaligen   Pulvermühle   an   der   Oederaner   Straße.   In   Zusammenarbeit   mit dem   Stadtplanungsamt   Dresden,   dem   Umweltamt,   dem   Büro   für   Umweltplanung   und   Stadtentwicklung sowie   dem   Kulturverein   Zschonermühle   e.V.,   wurden   diese   Arbeiten   zur   Gestaltung   einer   interessanten, grünen Oase im Jahre 2007/08 begonnen. Der    Dresdner    “Kulturverein    Zschonermühle    e.V.”,    unter    der    Leitung    des    engagierten    Vorsitzenden Thomas    Winkler,    war    durch    die    Ausarbeitung    denkmalpflegerischer    Schwerpunkte    und    durch    die Betreuung   der   ARGE-Mitarbeiter   für   die   Ausgrabungen   vor   Ort,    maßgeblich   an   den   Vorbereitungen   zur Entstehung des Pulvermühlenparkes beteiligt.   Schutt,   Hausmüll   und   Asche,   die   der   damalige   Grundstückspächter   nach   der   Trockenlegung   des   Jahrhunderte   alten   Wasserlaufes   1937 in   sein   Bett   schütten   ließ,   wurde   dort   wo   das   möglich   war,   in   mühevoller   körperlicher   Arbeit   ausgegraben.   Damit   kam   auch   die   Grube   für das   letzte   Wasserrad    wieder   ans   Tageslicht   sowie   die   eindrucksvolle   linke   Ufermauer   mit   den   Resten   des   einstigen   Einwiegehauses   und des    alten    Tores    bei    dem    sich    eine    Brücke    über    den    Mühlgraben    befand.    Leider    ging    die    historische    Erdgeschossmauer    des Pulvermühlengebäudes, einschließlich der Sandsteinquader mit Inschrift, bereits 2005 über Nacht verloren. Aus    Gründen    der    ungeklärten    Zuständigkeit    für    diese    Liegenschaft    hatten    sich    die    Arbeiten    verzögert,    ein    Baustopp    wurde ausgesprochen.   Zum   Glück   bekannte   sich   die   Stadt   zu   der   neuen   Parkanlage   mit   ihren   historisch   äußerst   interessanten   Ausgrabungen und konnte Ende 2013 die anstehenden Probleme klären. Die   Arbeiten   sind   inzwischen   längst   abgeschlossen   und   der   Park   konnte   am   9.   Oktober   2014   feierlich   eröffnet   werden.   Verantwortlich   für die   Planung   und   Ausführung   vor   Ort   war   das   engagierte   Büro   LANDSCHAFT   +   DESIGN   mit   den   beiden   Landschaftsarchitektinnen   Dipl.- Ing. Angela Schüler bdla und Dipl.-Ing. Peggy Thiel. Leider   gibt   es   bei   der   Gestaltung   des   Parkes   bzw.   des   freigelegten   Mühlgrabens   einige   schmerzliche   Abstriche   gegenüber   früheren   Ideen und   Entwürfen.   So   konnten   die   alten   Ufermauern   aus   Sicherheitsgründen   nicht   in   ihrer   vollen   Tiefe   bis   zum   Grabenbett   sichtbar   bleiben. Eine   Auffüllung   mit   Weißeritzschotter   bis   ca.   60   cm   unter   der   Oberkannte   der   Mauern   war   wegen   Absturzgefahren   unumgänglich.   Damit ist    die    volle    Erlebbarkeit    des    früheren    Weißeritzmühlgrabens    stark    eingeschränkt,    die    sichtbar    gewordenen    Jahreszahlen    und Steinmetzzeichen   in   einigen   Sandsteinquadern   der   Ufermauern   sind   wieder   verschwunden.   So   wird   es   wohl   späteren   Generationen vorbehalten bleiben, ob es noch einen besseren Kompromiss dazu geben kann. Dennoch   ist   es   eine   interessante   grüne   Oase   geworden,-   mit   zwei   nachempfundenen   Wasserrädern,   Sitzgelegenheiten,   Spielflächen, einem   Fahrradweg   und   mehreren   Infotafeln   zur   Pulvermühle,   die   vom   Autor   entworfen   wurden.   Auch   der   Rest,   der   einst   viel   längeren „Einschlussmauer“   (Plänermauer)   von   1829   ist   saniert   und   die   ehemalige   Schlupfpforte   zum   früheren   Weg   „Am   Weißeritzmühlgraben“ wieder geöffnet worden. Hoffen   wir,   dass   der   Park   von   allen   Arten   des   Vandalismus   verschont   bleiben   wird.   Wenn   jeder   Bürger   bzw.   Besucher   sich   hier mitverantwortlich fühlt, könnte eigentlich das Schlimmste verhindert werden.
Straßenschild vor dem Pulvermühlengelände im Jahre 2007 Gespannt verfolgen die Landschaftsarchitektinnen Frau Schüler und Frau Klose den Bodenaushub, 2007 Ein kleiner Abschnitt der linken Ufermauer ist zu sehen, 2007 Teilweise freigelegte Wasserradgrube links und Freigerinne rechts, Blick flussabwärts, 2007

Pulvermühlenpark Dresden - Löbtau

Altes Dresden neu erleben -

Fleißige Helfer beim Freilegen des Weißeritzmühlgrabens von meterhohem Schutt und Asche im Jahre 2008 Zuppinger Wasserrad: 5,50/2,50 m, ca. 13 PS, 1929 eingebaut
Vom Autor entworfene und im Pulvermühlenpark aufgestellte Infotafeln - September 2014

Altes Dresden freigelegt und doch wieder verloren - Herzogin Garten

Straßenschild vor dem Pulvermühlengelände im Jahre 2007
Winterimpressionen vom Januar 2016
   ©   Wolfgang Müller
Linke Ufermauer nach Wiederauffüllung des Mühlgrabenbetts, in der Mitte die ehem. Torbrücke, weitere Details zu den Mauerresten siehe Fotos oben, September 2014 Der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Herr Thiel, hält die Eröffnungsrede, 9.10.14 Radgrube mit drehbaren Silhouettenrädern, links Abstützung des Geländes durch Gabionenwand und zum Schutz der Baumwurzeln, ursprünglich hier bis 1937 der ungehinderte Mühlgrabenverlauf (kein Baum), Sept. 2014 Blick vom Parkeingang zur ehemaligen Wasserradgrube mit den drehbaren Silhouettenrädern, hier an der Hohenzollern, später Oederaner Straße ab ca. 1900 die Zufahrt zum Pulvermühlengelände, Sept. 2014 Drehbare Silhouettenräder, im Durchmesser den beiden Rädern von 1777 nachempfunden, Sept. 2014 Vom Autor entworfene Infotafeln zur Geschichte des Parkes, siehe auch vergrößerungsfähige PDF - Abbildungen unten, Sept. 2014 Rechts Standort des ehem. Herrenhauses mit Infotafel, Sept. 2014 Blick vom früheren Wassereinlauf flussabwärts, Sept. 2014 Blick vom ehem. Standort des Salpeterläuterhauses, Sept. 2014 Standort des ehem. Herrenhauses mit Infotafel, Sept. 2014 Mühlespiel auf dem Platz des früheren Körnhauses, Sept. 2014
Öffentliche Einweihung des Pulvermühlenparkes am 9. September 2014
Ehem. Grundfläche des Pulvermühlengebäudes als Sitzecke mit dem Mühlgrabenverlauf im Boden gestaltet (Keramikplatten), Sept. 2014 Blick Richtung Oederaner Straße/Ebertplatz, links der Parkeingang, früher Einfahrt in das Gelände, Sept. 2014 Blick zum ehem. Standort des Pulvermühlengebäudes rechts, gestaltet als Sitzecke mit Infotafeln zur Geschichte des Parkes, Sept. 2014 Blick flussaufwärts, rechts Standort des ehem. Herrenhauses mit Infotafel, Sept. 2014 Blick vom ehem. Standort des Salpeterläuterhauses, vorn der wieder abgedeckte Brunnenschacht, Sept. 2014 Teilweise noch erhaltene Einschlussmauer des Pulvermühlengrundstückes mit Schlupfpforte zum alten Weg „Am Weißeritzmühlgraben“, errichtet 1829, Sept. 2014 1829 errichtete, heute noch teilweise erhaltene Einschlussmauer des Pulvermühlengrundstückes mit Schlupfpforte zum alten Weg „Am Weißeritzmühlgraben“ Blick stadtwärts, Sept. 2014 1829 errichtete, heute noch teilweise erhaltene Einschlussmauer des Pulvermühlengrundstückes mit Schlupfpforte zum alten Weg „Am Weißeritzmühlgraben“, hier von Innen, Sept. 2014 Blick vom Grundstück des ehemaligen Vorwerks und Gasthauses „Sorge“ flussabwärts zum ehem. Standort der Pulvermühle rechts neben dem Baum, links der angeschnittene und teilweise freigelegte Mühlgraben, Sept. 2014 Blick vom Grundstück des ehemaligen Vorwerks und Gasthauses „Sorge“ flussabwärts zum ehem. Standort der Pulvermühle rechts neben dem Baum, vorn der angeschnittene und teilweise freigelegte Mühlgraben, Sept. 2014 Blick Richtung Oederaner Straße/Ebertplatz, links Wasserradgrube mit Silhouettenrädern, Flussrichtung nach rechts, Sept. 2014 Blick flussaufwärts nach links zum Grundstück der ehem. „Sorge“, bei der Radgrube links der zum „Mühlespiel“ gestaltete Platz des früheren Körnhauses, Sept. 2014 Der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Herr Thiel, hält die Eröffnungsrede, 9.10.14 Landschaftsarchitektin Dipl.- Ing. Angela Schüler vom Büro LANDSCHAFT + DESIGN in Dresden erläutert ihre Vorgehensweise zur Gestaltung des Pulvermühlenparkes, 9.10.14 Besucher bei der Eröffnung des Parkes vor den Silhouettenrädern, auf dem Platz des früheren Mühlengebäudes, 9.10.14 Besucher bei der Eröffnung des Parkes vor den Silhouettenrädern, auf dem Platz des früheren Mühlengebäudes, 9.10.14 Besucher bei der Eröffnung des Parkes vor den Silhouettenrädern, auf dem Platz des früheren Mühlengebäudes, 9.10.14 Eröffnungsrundgang mit der Landschaftsarchitektin Frau Schüler, 9.10.14 Auf der früheren Grundfläche der Pulvermühle freigelegter, ursprünglich nicht mehr verwendeter Mahlstein, vermutlich als Fundamentstütze für die Technik im Getriebeschuppen der unterirdischen Antriebswelle eingebracht, März 2014   erhaltener Einstieg in die Radgrube, März 2014 Erhaltener Eisenanker zur Stabilisierung  der Mühle in der Außenmauer, März 2014 Links Entwässerungsplan von 1936, erhaltene Entwässerung des Herrenhauses auf der linken Seite im Foto Mitte, März 2014, rechts Foto mit Blick flussaufwärts zum Einwiegehaus, Tor und Brücke um 1930 Linke Ufermauer, Treppenabgang zum Mühlgraben vermutlich 19. Jh, März 2014 Am Einlauf zur Radgrube, hier sekundär eingefügter Sandsteinquader (vertikal gedreht) mit Jahreszahl 1868, weist vermutlich auf die Anlegung der kleinen Werkgräben im Gelände hin, März 2014 Vorbereitungen zum Öffnen des Brunnenschachtes, März 2014 Der Brunnenschacht wird geöffnet, März 2014 Der Brunnenschacht wird geöffnet, März 2014 Der Brunnenschacht wird geöffnet, März 2014 Der Schacht ist offen, März 2014 Abdeckung des  Brunnenschachtes, Sandstein 24 cm stark, März 2014 die obere Schicht des Schachtes wurde entfernt, März 2014 die obere Schicht des Schachtes wurde entfernt, März 2014 Entnommenes Material aus dem Brunnenschacht, mehr war leider aus Zeitgründen (geplante Baggerarbeiten) nicht möglich, kleine Menge Fundmaterial wurde sichergestellt, der Brunnen wie vorher verschlossen, März 2014 Blick in den fast quadratischen, mit Sandsteinquadern erbauten Brunnenschacht, März 2014 die obere Schicht des Schachtes wurde entfernt, März 2014 Vom Autor laienhaft erstellte Skizze nach Abnahme der bereits gebrochenen Sandsteinplatte, oben Ausschnitt von einem Lageplan des Pulvermühlengeländes um 1830, hier Brunnen (vermutl. Schwengelbrunnen) neben der eigentlichen Mühle eingetragen,   Ansicht des Pulvermühlengeländes aus Richtung Nossener Brücke um 1920, im Hintergrund ein Dreifuß, wie ihn die Brunnenbauer benutzen, vermutlich wurde damit die Sandsteinplatte vom (?) oder auf den Brunnenschacht gehoben, in dem zuvor die verkohlten Getre Starke Vergrößerung von Foto links, hier der Dreifuß, wie ihn die Brunnenbauer benutzen, vermutlich wurde damit die Sandsteinplatte vom (?) oder auf den Brunnenschacht gehoben, in dem zuvor die verkohlten Getreidekörner gefüllt wurden Plan No 1, „Weißeritzmühlen“,1867, hier Gelände der Pulvermühle, vom Autor bearbeitet, Eintrag des auf dem Original nicht dargestellten, hier vermutlich bereits nicht mehr funktionsfähigen Brunnens die obere Schicht des Schachtes wurde entfernt, März 2014
Eine     freigelegte     Sandsteinplatte     erwies     sich     als     Abdeckung     für     einen     alten Brunnenschacht :   Sichtbar   gefüllt   mit   verkohlten   Getreidekörnern   und   Holzteilen   sowie Flusssteinen. Weitere Schichten bis zur Sohle konnten leider nicht freigelegt werden.
Auf der früheren Grundfläche der Pulvermühle freigelegter, ursprünglich nicht mehr verwendeter Mahlstein, vermutlich als Fundamentstütze für die Technik im Getriebeschuppen der unterirdischen Antriebswelle eingebracht, März 2014
Wurde hier der Schacht für die unterirdische Antriebswelle freigelegt?
Geöffnetes Teilstück eines mit Ziegeln ausgemauerten Kanals, wohl um 1900 hergestellt, März 2014 Geöffnetes Teilstück eines mit Ziegeln ausgemauerten Kanals, wohl um 1900 hergestellt, März 2014 Geöffnetes Teilstück eines mit Ziegeln ausgemauerten Kanals, wohl um 1900 hergestellt, März 2014 Geöffnetes Teilstück eines mit Ziegeln ausgemauerten Kanals, wohl um 1900 hergestellt, Aufbau siehe Abbildung und Fotos unten, März 2014 Die Richtung des ausgemauerten Kanals zum früheren Gebäude der Mühle Bombach weist auf einen Schleusendeckel hin, Ort für ein Kupplung/Lagerung/Schmierung? März 2014 Deckel vor der Öffnung, März 2014 Enttäuschung: Deckel nach der Öffnung, gefüllt mit Dreck, konnte aus Zeigründen leider nicht freigelegt werden, März 2014
Bis    zur    Einstellung    der    Wasserkraft    1937    wurde    die    Walzenmühle    Bombach    mit    einer unterirdischen,   ca.   40   Meter   langen   Transmissionswelle   angetrieben.   Die   Kraft   von   der Wasserradwelle   übertrug   man   im   danebenliegenden   Anbau   auf   ein   Radgetriebe,   dass   die nötige Umdrehungszahl für die Mühle bringen musste (siehe auch Getriebeplan links).
Links Entwässerungsplan 1936, Ausschnitt, hier Darstellung der unterirdischen Transmissionswelle, rechts Getriebeplan der Mühle Bombach/Laux vor Ablösung der Wasserkraft 1936 Hartbrandstein der Ziegelei Grund-Bau/Bossecker Plauen, März 2014 Gebrochene Sandsteinplatte auf dem Brunnenschacht vor dem Öffnen, März 2014 Erster Blick in den geöffneten Brunnenschacht: verkohlte Getreidekörner, März 2014 Oberseite einer Eisenplatte als obere Kanalabdeckung, siehe auch Abbildung, März 2014 Eisenplatte als obere Kanalabdeckung, siehe auch Abbildung, März 2014 Eisenplatte als obere Kanalabdeckung, war mind. 15 mm stark, siehe auch Abbildung, März 2014 Eisenplatte als obere Kanalabdeckung, siehe auch Abbildung und Fotos unten, März 2014 Aufbau des Kanals
Achtung! Alle aktuellen Fotos sind urheberrechtlich geschützt. © Wolfgang Müller
Fazit:    Der   neue   Dresdner   Bürgerpark,   kurz   „Pulvermühlenpark“,   ist   insofern   eine   große   Besonderheit, da   er   auf   dem   Gelände   der   früheren   Löbtauer   Pulvermühle   angelegt   und   so   gestaltet   wurde,   das   der Besucher   seine   geschichtsträchtige   Vergangenheit   gut   nacherleben   kann.   Seine   Anlage   ist   allerdings als    Kompromiss    zu    betrachten    denn,    der    vom    Verein    Zschonermühle    e.V.    freigelegte    Weißeritz- mühlgraben   mit   zum   Teil   sehr   bedeutenden   historischen   Grundmauern   alter   Pulvermühlengebäude, konnte   nicht   in   vollem   Umfang   sichtbar   für   den   Besucher   dargestellt   werden.   Große   Teile   davon   sind aus   Sicherheits-   und   Kostengründen   wieder   unter   einer   dicken   Schicht   Flusskies   verschwunden   und geben späteren Generationen die Möglichkeit, zum erneuten Entdecken.  
Einfahrt in das Pulvermühlengelände, März 2014, rechts ähnlicher Blick nach 1945, dort rechts die Reste der vormaligen Getreidemühle (Salpeterhaus), hinten links das ehem. Kontor, rechts ein neu errichtetes Gebäude auf dem ehem. Standort der Pulvermühle Erhaltene Substanz des ehem. Salpeterläuterhauses, März 2014 Erhaltene Substanz des ehem. Salpeterläuterhauses, März 2014 Erhaltene Substanz des ehem. Salpeterläuterhauses, März 2014 Links ehem. Salpeterhaus, linke Hälfte 1914 zur Getreidemühle umgebaut, um 1930, wiederhergerichtete Ruine der Mühle nach 1945, rechts die Reste der Mühle als aufgelassener Kleinbetrieb in den 80iger Jahren
Das Salpeter-(leuter)haus, bis 1945 Mühle und Metall- bau Bombach/Laux
Linke Ufermauer flussabwärts von der Radgrube bis zum verschwundenen Einwiegehaus und Tor, März 2014 Linke Ufermauer flussabwärts bis zum verschwundenen Einwiegehaushaus und Tor, März 2014 Vergleiche mit Panoramafoto oben, dort im Ansatz erhalten ist die frühere, in den Mühlgraben hineinragend Treppe Mitte: Tor mit Brücke über den Mühlgraben zum 1. Hof, um 1910, Links: Erhaltene Prellsteine mit Nut für die tragenden Holzbalken der Brücke sowie beiderseits ausgetretene (gewendete) Sandsteinschwelle, Rechts:  Prellstein mit Nut, März 2014 Freigelegtes Bett des Weißeritzmühlgrabens von der Radgrube links bis zum verschwundenen Herrenhaus, Blick flussabw., vergleiche mit Foto links, März 2014 Überwölbte Einmündung  eines ehem. Kanals durch das Pulvermühlengelände, gespeist vom Weißeritzmühlgraben, März 2014 Genannter Stein von Foto links im Jahr 2012, jetzt wieder unter Flusskies und Steinen konserviert Linke Ufermauer, hier Standort des „alten Herrenhauses“, Treppenabgang zum Mühlgraben vermutlich 19. Jh., März 2014 Rechts die Radgrube mit Resten der Ziegel-Auflager für das bis 1937 existierende Wasserrad, nach links das Freigerinne und anschließend der ehem. Standort des Körnhauses, März 2014 Ehem. Standort der Pulvermühle, Blick flussabwärts, März 2014 Linke Ufermauer neben Tor mit Brücke, hier Sandsteinschwelle eines Durchganges vom 1. Hof zum Gärtchen über dem Mühlgraben (siehe dazu vorherige Fotos), rechts Dachentwässerung des Herrenhauses links (siehe auch nachfolgende Abbildungen/Plan), März 2014 Von links unten nach rechts die Grundfläche der ehemaligen Pulvermühle, Mühlsteine und Säulen Ende 19. Jh. sekundär eingelegt, rechts im Foto der Falz für die damals hier eingefügten Dielenbretter der Mühle, März 2014 Vorn links ehem. Einlauf des Wassers in die Radgrube, rechts daneben der Freilauf für das überschüssige Wasser bzw. für Floßhölzer, März 2014, im Foto rechts die Radgrube bzw. Wasserrad mit Einhausung/Radhaus, 1937 Freigelegtes Grabenbett im Jahr 2008 flussaufwärts vor dem Grundstück des ehemaligen Gasthauses „Sorge“, über dem Betongrund befand sich ab ca. 1920 eine Betonüberfahrt für LKW´s, rechts in der Mauer ein Stein mit Jahreszahl und Steinmetzzeichen Ehemaliger Standort des Körnermaschinenhauses (Körnhaus, Körnwerk), in dem die fertige Pulvermasse zu kleinen Schwarzpulverkörnchen verarbeitet wurde, 2008, jetzt Spielfläche „Mühle“ Ehemaliger Standort des Körnermaschinenhauses flussabwärts, hier der Wassereinlauf des Freigerinnes, unten die Reste der ehemaligen Holzkonstruktion des Wasserbettes, 2008 Links der Blick flussabw. von der Betonbrücke zum Wassereinlauf in die Radgrube/Radhaus, 1937, rechts der 2008 freigelegte Abschnitt nach der „Sorge“, Blick zum ehem. Standort der Mühle/Wasserrad rechts neben dem Baum, bei den Personen ehem. Betonbrücke Links die wieder freigelegte Radgrube, letztes Zuppinger Wasserrad von 1937 am Computer eingefügt, ebenso die 2005 entfernte Grundmauer der Pulvermühle, rechts die Wirkungsweise dieses unterschlächtigen Wasserrades
Unser altes Dresden - nach 70 Jahren wieder freigelegt und erneut verborgen
Blick flussaufwärts zur Radgrube, rechts ehem. Standort Herrenhaus (Darstellungsversuch), vorgesetzte Sandsteinquader zum Schutz gegen Unterspülung und Einengung zum schnelleren Abfluss des Wassers, erhaltene Dachentwässerung des Herrenhaus, März 2014 Links der Blick flussaufwärts zum Grundstück der ehem. „Sorge“, davor die um 1920 angelegte Betonbrücke, 1937, rechts die Wiederauffüllung dieses Grabenabschnittes 2014, im Foto links hinten der Nachfolgebau der 1945 zerstörten „Sorge“ Bautafel zum Pulvermühlenpark, März 2014 Freigelegtes Bett des Weißeritzmühlgrabens von der Radgrube vorn bis zum Herrenhaus, Blick flussabw., März 20014 Freigelegtes Bett des Weißeritzmühlgrabens von der Radgrube links bis zum verschwundenen Herrenhaus, Blick flussabw., März 2014 Auf dem Gelände haben sich die geschützten italienischen Mauereidechsen angesiedelt Kleine Zusammenstellung des 1937/38 in den Weißeritzmühlgraben eingebrachten und 2008 wieder ausgegrabenen Verfüllungsmülls, 2008
Am 20. Februar 2014 tagten im Ortsamt Cotta der Ortsbeirat und Ortschaftsrat. Die Teilnehmer erhielten dort u.a. auch eine mündliche Information zum künftigen „Stadtpark Pulvermühle". Hier ein Auszug, kommentiert von Alexander Bigga:

“Mühlespielen an der Mühle” – Der Pulvermühlenpark wird jetzt gebau                          

Gestern   wurden   nun   die   Pläne   für   den   Pulvermühlenpark   oder   auch   “Stadtpark   Pulvermühle”   vorgestellt.   Der   Park   gehört   gerade   noch in   das   EFRE-Fördergebiet   “Dresden   West/Friedrichstadt”   und   so   hat   der   Projektleiter   vom   Stadtplanungsamt,   Herr   Hans   Martin   Pfohl, die Entwicklung dieses Projekts und die Verbindung zum Weißeritzgrünzug dargestellt. Frau    Angela    Schüler    vom    Landschaftsarchitekturbüro    Landschaft    &    Design    ist    dann    ins    Detail    für    die    Gestaltung    des    Parks eingegangen.   Mit   viel   Engagement   begleitet   sie   dieses Thema   seit   2006.   Lange   Jahre   tat   sich   dann   nichts.   Ein   Grund   von   vielen   ist   ein gültiger   Bebauungsplan   für   die   Anbindung   der   Fabrikstraße   an   die   Nossener   Brücke.   Hier   gibt   es   zwar   keine   zeitliche   Planung   aber man hält diese Flächen jetzt einfach frei. 2009   wurde   das   Handlungskonzept   für   die   EFRE-Fördergebiete   im   Stadtrat   beschlossen.   Die   Stadt   muss   dafür   einen   Eigenanteil   von 25% leisten. Damit sind bereits 18 Maßnahmen umgesetzt worden. Der Pulvermühlenpark fehlt aktuell noch in der Übersicht der Stadt. Fast   hätte   man   das   Projekt   stoppen   müssen,   weil   sich   die   italienische   Mauereidechse   auf   dem   Gelände   angesiedelt   hat.   Diese   Art gehört   zu   den   streng   geschützten   und   wohnt   wohl   sonst   am   Loschwitzer   Elbhang.   Durch   die   Freilegung   des   Mühlgrabens   2006   hat   sie wohl   auch   an   Löbtau   Gefallen   gefunden.   Um   sowohl   den   Schutz   der   Eidechsen   als   auch   den   Bau   des   Parks   zu   vereinbaren,   hat   man ein   “Ersatzhabitat”   für   die   Bauzeit   erstellt   indem   man   eine   alte   Sandsteinmauer   ertüchtigt   hat   und   mit   Folien   verhindert,   dass   die Eidechsen weglaufen können. Immer   wieder   wird   Herr   Wolfgang   Müller   und   sein   2005   erschienenes   Buch   Erinnerungen   an   Alt-Dresden   /   der   Weißeritzmühlgraben als   Referenz   herangezogen.   Herr   Müller   hat   ausgiebig   zum   Weißeritzmühlgraben   geforscht.   Mit   seinen   veröffentlichten   Lageplänen (siehe   auch   die   Deutsche   Fotothek:   z.B.   Dresdner   Pulvermühle)   und   Grundrissen   ist   man   2006   auf   die   Suche   gegangen   und   hat tatsächlich   den   alten   Mühlgraben   gefunden   und   ihn   schließlich   mit   ABM-Kräften   und   dem   Verein   Zschoner   Mühle   ausgegraben.   Frau Schüler   war   begeistert   von   den   Hinterlassenschaften   die   unsere   Vorfahren   dort   1937   als   Füllmaterial   genutzt   haben.   Es   war   schlicht Haushaltsmüll mit kaputten Alltagsgegenständen. Gebaut   wird   nun   ein   geteerter   Radweg   über   das   Gelände.   Leider   nicht   entlang   der   Weißeritz,   weil   ein   Grundstück   privat   ist   und   bisher nicht   erworben   werden   konnte.   Dafür   führt   der   Radweg   vom   Ebertplatz   über   das   Pulvermühlengelände   zur   Nossener   Brücke.   Dazu kommen   zwei   Multifunktionsplätze   mit   Schautafeln,   einer   Darstellung   der   zahlreichen   Mühlen   am   ehemaligen   Weißeritzmühlgraben und   einem   Spiel.   Und   was   liegt   näher,   als   einfach   “Mühle”   in   das   Pflaster   einzulassen   und   zwar   auf   der   Fläche   des   ehemaligen Körnermaschinenhaus. Zwei   Mühlenräder   werden   wieder   entstehen.   Eins   davon   soll   auch   ganz   langsam   drehbar   sein.   Wie   das   technisch   gelöst   wird,   bleibt erstmal   eine   Überraschung.   Damit   niemand   in   den   Mühlgraben   fällt,   wird   dieser   wieder   mit   Weißeritzschotter   verfüllt   bis   ca.   60cm. Richtung   Kraftwerk   Nossener   Brücke   wird   dies   in   eine   Wiese   überführt.   Mit   blaublütigen   Blumen   wird   man   den   alten   Wasserverlauf andeuten, der direkt auf die Schornsteine des Kraftwerks Nossener Brücke zusteuert. Man   merkte   sichtlich   den   Spaß,   den   die   Landschaftsarchitektin   an   dem   Projekt   hat.   Kritisch   sieht   man   möglichen   Vandalismus.   Von manchen   Ideen   hat   man   sich   deshalb   wieder   verabschiedet.   Das   Gelände   liegt   nicht   unter   “sozialer   Kontrolle”   und   man   hofft,   dass   der Park   angenommen   und   geachtet   wird.   Gebaut   wird   ab   März   durch   die   Firma   Nestler   aus   Dresden,   die   den   Zuschlag   erhalten   hat.   Die Fertigstellung   ist   für   Mai   –   spätestens   Juni   geplant.   Insgesamt   kostet   der   Bau   mit   der   Planung      344.000   €.   Davon   sind   75%   Zuschuss durch EFRE-Mittel.
Teilsanierte Einschlussmauer (Pläner) von 1829 entlang des ehemaligen Weges "Am Weißeritzmühlgraben", flussaufwärts gesehen, 2009 Inschrift in den Sandsteinquadern bei der Torbrücke, jetzt wieder unter Flusskies und Steinen konserviert Weg "Am Weißeritzmühlgraben" um 1910, stadtwärts gesehen, links ein Teil der Einschlussmauer von 1829, siehe auch Foto unten Pegellatte links (inzwischen gestohlen) und Unterwasserspiegelbolzen rechts, beide dienten hier zur Regulierung des Wasserstandes im Graben, 2008 Sandsteinschwelle des Tores (Überfahrt) mit beiderseitigen Prellsteinen und Aussparungen für die Tragebalken (Widerlager), links die ausgetretene Schwelle der Personenpforte, 2008, siehe dazu colorierte Postkarte nächste Seite Ehemalige Entwässerung der linken Hälfte des Herrenhauses zum Mühlgraben hin, 2008 Lapidarium am ehemaligen Standort der Pulvermühle, Foto W. Müller, März 2015 Lapidarium am ehemaligen Standort der Pulvermühle, Foto W. Müller, März 2015 Lapidarium am ehemaligen Standort der Pulvermühle, Foto W. Müller, März 2015 Pulvermühlenpark, Foto W. Müller, Januar 2016 Pulvermühlenpark, Foto W. Müller, Januar 2016 Pulvermühlenpark, Foto W. Müller, Januar 2016 Pulvermühlenpark, Foto W. Müller, Januar 2016 Pulvermühlenpark, Foto W. Müller, Januar 2016 Krokussblüte im Pulvermühlenpark, fotografiert von Peter Weckbroth im März 2016
Inzwischen   sind   die   zerstörten   Infotafeln   durch   die   Stadt   wieder   er- neuert   worden.   Dabei   fielen   natürlich   ungeplante   finanzielle Ausgaben an,   die   an   anderer   Stelle   fehlen   oder   hätten   besser   verwendet   werden können.
Achtung! Alle aktuellen Fotos sind urheberrechtlich geschützt. © Wolfgang Müller
Achtung! Alle aktuellen Fotos sind urheberrechtlich geschützt. © Wolfgang Müller
Foto links: Links angeschnitten das Gewölbe eines hier einmündenden Werkgrabens, rechts das Einwiegehaus, Überfahrt mit Tor und Herrenhaus, Foto rechts: Ähnliche Situation 2012 ausgegraben, siehe dazu auch das Panoramafoto oben