Erstellt mit MAGIX © Wolfgang Müller
Historisches Brückentor soll wiederentstehen
Bei der Gestaltung des Parkes auf dem Geländes der ehemaligen Pulvermühle gibt es Überlegungen, das in Resten noch bis 2005
vorhandene Brückentor über den früher dort vorüberfließenden Weißeritzmühlgraben wieder herzustellen oder zumindest
nachzuempfinden.
Das Tor mit Überfahrt zum 1. Hof befand sich zwischen Herrenhaus (r) und Einwiegehaus (l). Das kurfürstliche Wappen im
Sandsteinbogen wurde vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts von der nördlichen Haupteinfahrt als Schluss-Stein an diesen Ort
versetzt. Es zeigt die Jahreszahl 1622 und die Inschrift: Salva Guardia, was soviel wie "Schutzwache, Sicherheitswache" bedeutet.
Informationstafel zum Pulvermühlenpark
Bei der Anlegung von öffentlichen Grün- und Freiflächen im Umfeld der Weißeritz bzw. ihres alten Flussbettes, wurden an
historisch interessanten Standorten Informationstafeln mit Fotos, Text und Plänen aufgestellt. So auch an der Außenmauer des
ehemaligen Pulvermühlengeländes, zur Oederaner Straße hin. Leider hat sich bei der Benennung der Gebäude ein Fehler
eingeschlichen, der bereits auf der Website des Büros für Umweltplanung und Stadtentwicklung berichtigt wurde, vor Ort aber
z.Z. aus Kostengründen nicht möglich ist.
In Dresden Löbtau entsteht der Pulvermühlenpark
Im Rahmen unserer Stadtentwicklung sind seit 2007 entlang der Weißeritz in Dresden-Löbtau öffentliche Grün- und Freiflächen
entstanden, die durch einen bis in die Innenstadt reichenden Fuß- und Radweg verbunden wurden. Teil dieses Projektes ist die
Anlegung eines Stadtparkes auf dem ca. 1,67 ha großen Gelände der ehemaligen Pulvermühle an der Oederaner Straße. In
Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt Dresden, dem Umweltamt, dem Büro für Umweltplanung und Stadtentwicklung sowie
dem Kulturverein Zschonermühle e.V., wurden diese Arbeiten zur Gestaltung einer interessanten, grünen Oase durchgeführt.
Ein Artikel in der Sächsischen Zeitung informierte die Leser am 18. Juli 2008 über die laufenden Arbeiten und über geplante Maß-
nahhmen zur Gestaltung dieses neuen Bürgerparkes. Inzwischen ist die teilweise Freilegung des Mühlgrabens längst abge-
schlossen. Schutt und Erde, die der damalige Grundstückspächter hier in den 30iger Jahren des vorigen Jahrhunderts aufschütten
ließ, wurden dort, wo das noch möglich war, in mühevoller körperlicher Arbeit abgetragen und das alte Bett des Weißeritzmühl-
grabens trat zutage. Besonders eindrucksvoll ist die freigelegte Grube für das bis 1937 noch vorhandene Zuppinger Wasserrad und
die Reste des einstigen Tores und Überganges über den Mühlgraben.
Wenn möglich, soll die bis zum Jahre 2005 noch in Teilen vorhandene Erdgeschossmauer der Pulvermühle wieder rekonstruiert
werden. Leider wurde sie seinerzeit grundlos abgetragen. Dabei gingen auch zwei Sandsteinquader mit historischer Inschrift zur
Mühle verloren.
Aus verschiedenen Gründen sind die Arbeiten aber leider zum Stillstand gekommen. Eine Fortführung ist jedoch für 2012 geplant.
Hoffen wir, dass die verantwortlichen Stellen in unserer Stadt, dem Vorhaben keine neuen Stein in den Weg legen werden.
Der Kulturverein Zschonermühle e.V., eingegliedert in den Sächsischen Mühlenverein, war bisher durch die Ausarbeitung denk-
malpflegerischer Schwerpunkte und durch praktische Arbeit vor Ort, maßgeblich an der Entstehung des Pulvermühlenparkes
beteiligt. Er hatte folgende Aufgaben:
•
Manuelle Freilegung des zugeschütteten Weißeritzmühlgrabens auf einer Länge von ca. 45 Meter,
•
Manuelle Freilegung der ehem. Wasserradgrube und deren Sanierung,
•
Organisieren eines (nicht mehr funktionsfähigen) Wasserrades und symbolische Aufstellung vor Ort,
•
Wiederherstellung der hist. Toreinfahrt und Teilsanierung der in Resten vorhandenen Plänermauer von 1829,
•
Organisieren einer Schwarzpulverkanone zur symbolischen Aufstellung vor Ort,
•
Organisieren eines Mühlengetriebes zur symbolischen Aufstellung vor Ort,
•
Ausbau eines leer stehenden, kleinen Gebäudes außerhalb des Pulvermühlengeländes, zu Ausstellungsräumen und Ein-
richten einer Ausstellung zur Dresdner Mühlengeschichte, gemeinsam mit dem Stadtmuseum